Magento 2 19.10.2026

Magento 2026: Warum sich ein neuer Blick auf die Plattform lohnt

Magento gehört auch und gerade 2026 zu den stärksten Grundlagen für individuellen B2B-Commerce. Das mag überraschen, wenn man die Plattform vor allem mit hoher Komplexität oder klassischen B2C-Shops verbindet. Unsere Projektpraxis zeigt ein anderes Bild: Zwei aktuelle Kundenprojekte zeigen, dass sich sowohl ein umfangreicher B2B-Standard als auch eine gezielt zusammengestellte Lösung auf derselben Architektur umsetzen lassen – und welche Variante wirtschaftlicher ist, hängt von den konkreten Anforderungen ab.

Magento im B2B: Zwei Praxisbeispiele

Magento ist eine Commerce-Plattform mit einer modularen, gezielt erweiterbaren Architektur. Viele Anforderungen lassen sich mit vorhandenen Funktionen abdecken. Entscheidend ist, wie gut sich die Besonderheiten eines Unternehmens ergänzen lassen. Gerade im B2B unterscheiden sich Preislogiken, Sortimente und Bestellprozesse oft erheblich – genau hier zeigt sich die Stärke der Plattform.

ADN: B2B-Standard mit avanta

Unser Kunde ADN ist mit uns von OXID auf avanta migriert, ein auf Magento basierendes Shopsystem mit B2B-Fokus. Die avanta-Standardfunktionen deckten den Großteil der Anforderungen ab: kundenspezifische Preise, komplexe Sortimente, Freigabeprozesse und ERP-Integration. Dadurch konnten wir uns auf die Besonderheiten konzentrieren: den Weiterverkauf von Softwarelizenzen mit Lizenznehmerverwaltung und die Kursbuchungsfunktionen für die Akademie.

Knüppel Verpackung: Magento Open Source mit gezielten B2B-Funktionen

Bei unserem Kunden Knüppel Verpackung wäre der Funktionsumfang von avanta größer gewesen als benötigt. Deshalb fiel die Wahl auf Magento Open Source. Wir haben gezielt die benötigten B2B-Funktionen integriert. Das bedeutete in diesem Projekt mehr initialen Entwicklungsaufwand, ermöglichte aber geringere laufende Kosten.

Collage aus verschiedenen Screenshots aus dem Webshop von Knüppel Verpackung GmbH & Co. KG

Klare Strukturen helfen bei KI-gestützter Entwicklung

Die modulare Architektur stellt hohe Anforderungen an Entwickler. Für KI-gestützte Entwicklung bietet sie zugleich eine gute Grundlage: klare Konventionen, definierte Erweiterungspunkte und automatisch prüfbare Konfigurationen. Die XML-Konfigurationen sind ein gutes Beispiel. Von Hand sind sie oft mühsam zu schreiben. Ihr Aufbau lässt sich jedoch gegen definierte Schemas validieren. Coding Agents erhalten dadurch nicht nur klare Vorgaben, sondern auch konkrete Rückmeldungen zu formalen Fehlern und können ihre Ergebnisse gezielt korrigieren.

Aktuelle Coding Agents können sinnvolle Integrationstests schreiben und in einer passenden Entwicklungsumgebung ausführen, um das Zusammenspiel der entwickelten Komponenten zu prüfen. Gute Erfahrungen haben wir dabei mit GPT-5.6 Sol und Claude Opus 5.5 gemacht.

Richtig produktiv wird das Zusammenspiel mit automatischen Feedback-Schleifen: Tests werden ausgeführt, Code und XML validiert und prüfbare Architekturregeln kontrolliert. Die Ergebnisse fließen zurück in die Entwicklung. Klare fachliche Anforderungen und Reviews bleiben der entscheidende menschliche Faktor.

Keine umsatzabhängigen Lizenzkosten für Magento Open Source

Magento Open Source ist lizenzkostenfrei – steigende Shopumsätze führen nicht zu höheren Lizenzkosten für die Basisplattform. Für ergänzende kommerzielle Produkte gelten deren eigene Lizenzmodelle. Das bedeutet nicht, dass die Gesamtkosten unabhängig vom Wachstum bleiben: Hosting, Wartung, Weiterentwicklung und zusätzliche Funktionen müssen weiterhin eingeplant werden. Der Vorteil liegt darin, dass für die Basisplattform keine umsatzabhängige Lizenz hinzukommt – ein wesentlicher Unterschied zu Adobe Commerce, wo je nach Angebot und Vertrag unter anderem Handelsvolumen und Bestellzahlen für die Lizenzkosten relevant sein können.

Internationalisierung auf derselben Plattform

Auch eine schrittweise Internationalisierung lässt sich auf derselben Plattform abbilden. Magento unterstützt mehrere Shops, Sprachen und Währungen innerhalb einer Installation. Ein Unternehmen kann zunächst in Deutschland starten und später weitere Märkte erschließen. Die jeweiligen Anpassungen bleiben notwendig, ein Plattformwechsel ist dafür aber nicht grundsätzlich erforderlich.

Das Ökosystem als Innovationstreiber

Adobe pflegt die technische Basis von Magento Open Source. Gleichzeitig kommen wichtige Impulse aus der Community und von spezialisierten Anbietern:

  • Mage-OS treibt als Community-Projekt eine eigenständige Weiterentwicklung auf dieser Basis voran.
  • Hyvä vereinfacht die Frontend-Entwicklung und bündelt mit Hyvä Commerce unter anderem Storefront, Checkout und Werkzeuge für die Inhaltspflege zu einer Produktsuite für Magento Open Source. Es kommen laufend neue Funktionen hinzu.
  • Extension-Anbieter wie Amasty liefern ergänzende Funktionsbausteine, auch für B2B-Anforderungen. Dadurch muss nicht jede benötigte Funktion individuell entwickelt werden.

Dieser arbeitsteilige Ansatz ist ein wesentlicher Vorteil des Magento-Ökosystems.

Fazit: Magento belohnt Kompetenz

Magento ist kein System, das man für ein anspruchsvolles B2B-Projekt einfach installiert und dann sich selbst überlässt. Wer die Architektur versteht, Module sauber aufsetzt und KI-Agenten mit klaren Aufgaben und überprüfbaren Anforderungen anleitet, kann die Plattform gezielt an die eigenen Prozesse anpassen.

Die Kernpunkte im Überblick:

  • Dieselbe Architektur für unterschiedliche Wege: B2B-Standard (avanta) oder gezielt zusammengestellte Lösung (Magento Open Source)
  • KI-gestützte Entwicklung profitiert von klaren Konventionen und validierbaren Konfigurationen
  • Keine umsatzabhängigen Lizenzkosten für die Basisplattform bei Magento Open Source
  • Internationalisierung ohne Plattformwechsel möglich
  • Arbeitsteiliges Ökosystem mit Mage-OS, Hyvä und Extension-Anbietern

Sie planen ein B2B-Projekt auf Magento-Basis? Wir beraten Sie gerne, welche Variante zu Ihren Anforderungen passt. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.